Kultur
Kultur – ein zentraler Hebel für eine offene und solidarische Gesellschaft
©Bohumil Kostohryz
Für die Œuvre Nationale ist Kultur eine grundlegende Säule des gesellschaftlichen Lebens. Sie fördert den Dialog zwischen Generationen und Gemeinschaften, stärkt das Zusammenleben und trägt zu einer gerechteren Gesellschaft bei.
Die Œuvre setzt sich für den gleichberechtigten Zugang zur Kultur ein und ermutigt alle Menschen zur aktiven Teilnahme an kulturellen Praktiken. Die geförderten Projekte verfolgen einen offenen, partizipativen und inklusiven Ansatz, mit dem Ziel, einen positiven und nachhaltigen gesellschaftlichen Einfluss zu erzielen. Durch Kultur entstehen einladende, zugängliche Räume, die in den zeitgenössischen Lebensrealitäten verankert sind.
Angesichts aktueller Herausforderungen spielt Kultur zudem eine wichtige Rolle als Innovationsmotor: Sie entwickelt neue Ausdrucksformen, neue Wege der Vermittlung und der Begegnung mit dem Publikum. Der kulturellen Vermittlung kommt dabei eine besondere Bedeutung zu, da sie im Zentrum des Ansatzes und der aktuellen gesellschaftlichen Dynamiken steht.
Im Rahmen ihrer einmaligen Hilfen erkennt die Œuvre Nationale Kultur als einen starken Vektor für Inklusion, Bildung, Vernetzung und Nachhaltigkeit an.
Eigene Initiativen der Œuvre Nationale
Ergänzend zu ihren punktuellen Förderungen hat die Œuvre mehrere spezifische Initiativen entwickelt:
- Der Fonds „stART-up“ unterstützt Künstlerinnen und Künstler, Kreative sowie Akteurinnen und Akteure aus dem Kulturbereich unter 36 Jahren mit Bezug zu Luxemburg. Ziel ist es, die Umsetzung vielversprechender Projekte zu fördern und ihre berufliche Laufbahn zu unterstützen.
- Der Fonds „Kunst- und Kulturpreis“ begleitet gemeinnützige Organisationen (ASBL), die Preise zur Entdeckung und Förderung talentierter Künstlerinnen, Künstler und Kreativer organisieren und so zur kulturellen Vielfalt und Bereicherung beitragen.
- Die interdisziplinäre Fortbildung für Künst- und Kreativschaffende bietet ein zertifizierendes Programm, das in Zusammenarbeit mit der House of Training und dem Kulturministerium entwickelt wurde. Sie stärkt Kompetenzen in den Bereichen Recht, Kommunikation, Marketing und digitale Werkzeuge und orientiert sich an den aktuellen Anforderungen des Kunst- und Kulturbereichs.
- Die Fortbildung in Kulturvermittlung bietet einen Zertifikatslehrgang, der sich auf die Begegnung zwischen Künstlerinnen und Künstlern, Werken und Publikum konzentriert. Der Fokus liegt auf Partizipation, Inklusion und der Anpassung von Vermittlungsformen an unterschiedliche Zielgruppen.
Neue Vergabekriterien für punktuelle Förderungen – Kultur
Ab 2026 richten sich die punktuellen Förderungen im Kulturbereich ausschliesslich an Projekte, die Kultur als gesellschaftlichen Vektor verstehen und bei Konzeption und Umsetzung mindestens eines der folgenden vier Kriterien berücksichtigen:
Inklusion zielt darauf ab, Zugangsbarrieren zur Kultur abzubauen, damit alle Menschen ohne Unterschied teilnehmen können. Geförderte Projekte müssen Aspekte wie Behinderung, Sprache, Alter oder geografische Distanz berücksichtigen, damit niemand von kulturellen Erfahrungen ausgeschlossen wird. Chancengleichheit, Publikumsvielfalt und aktive Teilhabe stehen im Mittelpunkt dieses Ansatzes – sowohl für das Publikum als auch für Kulturschaffende.
Die Œuvre fördert zudem Initiativen, die gezielt Menschen ansprechen, die wenig oder keinen Kontakt zu bestehenden Kulturangeboten haben. Dies kann durch die Diversifizierung künstlerischer Sparten, die Erprobung innovativer Formate, die Nutzung von wohnortnahen oder ungewöhnlichen Orten oder durch Kooperationen mit lokal aktiven Organisationen geschehen.
Inklusion bedeutet auch, bei neuen Zielgruppen Neugier und Interesse für Kultur und kulturelles Erbe – materiell wie immateriell – zu wecken. Die Œuvre unterstützt daher kreative und originelle Ansätze, die auf unterschiedliche Kontexte und Generationen zugeschnitten sind und dazu beitragen, Kultur als gemeinsames Gut erlebbar zu machen.
Bildung durch Kultur umfasst künstlerische Ausbildung, kulturelle Vermittlung und Wissensweitergabe. Die Œuvre Nationale schätzt Projekte, die es allen Menschen ermöglichen, von klein auf und ein Leben lang vielfältige kulturelle Ausdrucksformen kennenzulernen und eine aktive künstlerische Praxis zu entwickeln.
Ein besonderer Fokus liegt auf der kulturellen Vermittlung, die Begegnungen zwischen Werken, Künstlerinnen und Künstlern sowie dem Publikum ermöglicht. Partizipative Workshops, interaktive Führungen oder spielerische didaktische Materialien machen Kultur zugänglicher, lebendiger und verständlicher und berücksichtigen dabei die Vielfalt der Zielgruppen.
Auch die Weitergabe von Wissen, Geschichten und Traditionen ist ein zentraler Bestandteil. Projekte, die den Austausch zwischen Generationen, Disziplinen und Gemeinschaften fördern, schaffen Räume für Dialog, Ko-Kreation und gegenseitiges Lernen. Diese Interaktionen stärken das gegenseitige Verständnis und bereichern die kulturellen Erfahrungen aller Beteiligten.
Kultur entfaltet ihr volles Potenzial in einem dynamischen und kooperativen Ökosystem. Die Œuvre Nationale fördert die Vernetzung von Kulturschaffenden und Institutionen, um Partnerschaften, Austausch und Professionalisierung im Sektor zu stärken.
Dazu gehört die Begleitung von Künstlerinnen, Künstlern und Projektträgern durch Weiterbildungen, Mentoring oder massgeschneiderte Förderprogramme. Der Austausch von Erfahrungen und Kompetenzen trägt dazu bei, Qualität, Sichtbarkeit und Nachhaltigkeit kultureller Initiativen zu erhöhen – etwa durch Workshops, Residenzen oder Coaching-Angebote.
Vernetzung bedeutet auch die gemeinsame Nutzung von Ressourcen, Know-how und bewährten Praktiken. Durch die Unterstützung innovativer Kooperationsmodelle fördert die Œuvre eine Kultur der Zusammenarbeit, die Innovation anregt und Silostrukturen vermeidet.
Diese Dynamik umfasst zudem eine räumliche Öffnung: Die Förderung von Projekten in Regionen oder Gebieten mit geringerem Kulturangebot stärkt den gleichberechtigten Zugang zur Kultur und hebt lokale Synergien auf nationaler Ebene hervor.
Nachhaltigkeit ist ein übergreifendes Prinzip der von der Œuvre Nationale unterstützten Kulturprojekte. Einerseits bedeutet dies, Umweltaspekte zu berücksichtigen und umweltfreundliche Ansätze und Praktiken bei der Konzeption und Umsetzung von Programmen und Projekten zu fördern.
Andererseits ist Kultur ein wirkungsvolles Instrument zur Sensibilisierung für aktuelle soziale und ökologische Herausforderungen. Künstlerische und kulturelle Projekte, die Themen wie Klima, Biodiversität, Solidarität oder aktive Bürgerschaft partizipativ, kollaborativ oder pädagogisch behandeln, tragen zur Stärkung des kollektiven Bewusstseins bei.
Schließlich umfasst Nachhaltigkeit auch eine soziale und wirtschaftliche Dimension. Die Œuvre Nationale würdigt Initiativen, deren positive Wirkungen langfristig bestehen: die Schaffung dauerhafter Beziehungen, die Stärkung lokaler Kompetenzen oder ein kulturelles Erbe für die Gemeinschaft. Ein erfolgreiches Kulturprojekt kann langfristig Spuren hinterlassen und weit über seine ursprüngliche Umsetzung hinaus inspirierend wirken – auch in anderen Formen oder Formaten.