Orchestre National des Jeunes du Luxembourg
© Aurélie Costantini
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Aktionsbereich Kultur
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Zeitraum 2025
Bei der ersten Tuttiprobe entscheidet sich in wenigen Minuten alles. Junge Musikerinnen und Musiker, die sich größtenteils noch nicht kennen, nehmen Platz, stimmen ihre Instrumente, wechseln ein paar Blicke – dann beginnt die Musik. Nach und nach entsteht eine gemeinsame Energie, und ein Kollektiv formt sich. Dieser Moment, der sich bei jeder Arbeitsphase wiederholt, steht im Zentrum des Projekts des „Orchestre National des Jeunes du Luxembourg".
© Aurélie Costantini
Die Ursprünge des Orchesters liegen im Summer Orchestra Luxembourg, seinem Vorgänger, das zunächst als informelles Sommerprojekt entstand und eine kleine Gruppe von Musikerinnen und Musikern rund um die Freude am gemeinsamen Musizieren zusammenbrachte. Mit der Zeit entwickelten sich die künstlerischen Ansprüche weiter, ebenso wie die Erwartungen der Teilnehmenden, was den Bedarf nach einer stärkeren Struktur deutlich machte.
Die Covid Phase stellte in diesem Entwicklungsprozess einen wichtigen Schritt dar. Sie gab dem Team die Möglichkeit, Abstand zu gewinnen und das Projekt insgesamt neu zu denken. In diesem Kontext wurde 2021 das „Orchestre National des Jeunes du Luxembourg” gegründet, mit dem Ziel, jungen Musikerinnen und Musikern ein Umfeld zu bieten, das zugleich anspruchsvoll und zugänglich ist.
Zwischen dem Abschluss der Sekundarschule, dem Einstieg ins Studium und den ersten beruflichen Schritten fehlt es vielen jungen Menschen an Möglichkeiten, sich weiterhin in einem Orchester weiterzuentwickeln. Die ONJ reagiert auf diesen Bedarf, indem sie Musikerinnen und Musiker aus unterschiedlichen Hintergründen zusammenbringt und den Austausch mit internationalen Profilen fördert, sodass musikalische Wege kontinuierlich weitergeführt werden können.
Zweimal im Jahr kommen die Teilnehmenden zusammen, um anspruchsvolle Programme zu erarbeiten, begleitet von professionellen Musikerinnen und Musikern und unter der Leitung des künstlerischen und musikalischen Direktors der ONJ, Pit Brosius. Die Projektphasen verbinden Proben, Workshops, Masterclasses, Kammermusik und gemeinsame Momente, in einem Rahmen, der künstlerischen Anspruch, Unterstützung und Gemeinschaft vereint.
© Aurélie Costantini
Die Wirkung des Projekts zeigt sich auf mehreren Ebenen. Musikalisch entwickeln die Teilnehmenden ihre Praxis weiter und sammeln Erfahrung. Auf persönlicher Ebene entstehen Verbindungen, neue Perspektiven und ein gestärktes Vertrauen in die eigene Fähigkeit, sich in einem professionellen Umfeld zu behaupten.
Für einige hat diese Erfahrung eine entscheidende Rolle für ihren weiteren Weg gespielt. Mehrere junge Musikerinnen und Musiker entschieden sich für ein Musikstudium und betonten, dass ihre Zeit bei der ONJ zu dieser Entscheidung beigetragen hat.
Heute stützt sich das Projekt auf ein engagiertes Team und ein Netzwerk von Partnern, die einen kohärenten Rahmen schaffen. Das Zusammenspiel von Engagement und ergänzenden Kompetenzen, unterstützt durch den Einsatz zahlreicher Freiwilliger, ermöglicht es der ONJ, ihre Aktivitäten kontinuierlich und flexibel fortzuführen.
Die Rückmeldungen der Teilnehmenden heben regelmäßig die gute Balance hervor: ein Umfeld, das fordert und zugleich zugänglich bleibt, sodass jede und jeder sich im eigenen Tempo entwickeln und dennoch Teil einer gemeinsamen Dynamik sein kann.
Mittelfristig und langfristig möchte die ONJ ihre Sichtbarkeit und Ausstrahlung innerhalb der Luxemburger Musiklandschaft stärken und ihre internationalen Kooperationen weiter ausbauen. Das Ziel bleibt unverändert: jungen Musikerinnen und Musikern einen strukturierten, aber offenen Rahmen zu bieten, der eine wichtige Phase ihrer künstlerischen Entwicklung begleitet und zugleich zur kulturellen Dynamik des Landes beiträgt.
„Die Musikerinnen und Musiker stehen an erster Stelle“ – ein Leitgedanke, der das Projekt prägt und daran erinnert, dass hinter jeder Aufführung vor allem individuelle Wege, Begegnungen und menschliche Erfahrungen stehen.
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