Unterstützte Projekte

on.perfekt

Skalieren, um Lebensmittelverschwendung zu reduzieren

© Aurélie Costantini

  • Aktionsbereich Umwelt
  • Zeitraum 2025

on.perfekt SC SIS wurde gegründet, um konkret gegen Lebensmittelverschwendung vorzugehen. Die Organisation sammelt noch einwandfrei genießbare Lebensmittel bei Produzenten, im Handel und bei weiteren lokalen Partnern und gibt ihnen eine zweite Chance. Nicht verkaufte Produkte werden in Form von Gemüseboxen weitergegeben, die nach Hause oder an Abholpunkte im ganzen Land geliefert werden. Zudem werden sie direkt im Laden in Marnach bei Clerf verkauft. Das Projekt bewegt sich an der Schnittstelle von Kreislaufwirtschaft und Solidarität und verwandelt Überschüsse in nutzbare Ressourcen.

Im Alltag übernimmt on.perfekt die Sammlung, Sortierung, Lagerung und Weiterverteilung von Obst, Gemüse und anderen Lebensmitteln. Diese logistische Kette bildet das Herzstück der Initiative: Ohne ausreichende Lagerkapazitäten und eine passende Organisation ist eine nachhaltige Weiterverteilung nicht möglich. Die Aktivitäten basieren auf der Arbeit von Mitarbeitenden, dem Engagement von rund zehn Freiwilligen sowie auf einem stetig wachsenden Netzwerk lokaler Partner.

Genau an diesem Punkt zeigen sich erste Grenzen. Mit der steigenden Zahl an Partnern und Mengen können bestimmte Lebensmittel nicht mehr abgeholt oder verteilt werden, da Lagerkapazitäten und logistische Mittel nicht ausreichen.

Wir stehen regelmäßig vor der Situation, dass wir Lebensmittel ablehnen müssen, obwohl sie noch verzehrbar wären.

Lisa Albers on.perfekt

Diese Lücke zwischen möglicher Wirkung und vorhandenen Mitteln wird zunehmend zu einem Spannungsfeld. Die bestehende Infrastruktur, die für die Startphase ausgelegt war, stößt an ihre Grenzen. Die Lagerflächen sind unzureichend, die Logistik ist weitgehend manuell organisiert und die Verwaltung nur teilweise digitalisiert. Diese Einschränkungen führen dazu, dass Potenziale ungenutzt bleiben und genau die Verschwendung sichtbar wird, die das Projekt eigentlich bekämpfen möchte.

Daher wird eine strategische Entscheidung notwendig: die Logistik zu strukturieren und zu professionalisieren, um eine neue Größenordnung zu erreichen. Das Erweiterungsprojekt umfasst die Einrichtung eines Lagers, die Anschaffung geeigneter Ausrüstung, die Digitalisierung der Warenflüsse sowie die Bereitstellung eines eigenen Fahrzeugs für die Abholung. Das Ziel ist klar: größere Mengen zu retten und zugleich Qualität, Regelmäßigkeit und Verlässlichkeit zu verbessern.

Diese Weiterentwicklung kommt mehreren Gruppen direkt zugute. Lokale Produzenten erhalten eine verlässliche Lösung für ihre Überschüsse. Verbraucherinnen und Verbraucher haben regelmäßigeren Zugang zu frischen, hochwertigen Produkten. Freiwillige profitieren von klareren und nachhaltigen Engagementbedingungen. Langfristig soll die Erweiterung auch die Schaffung einer Stelle im Logistikbereich ermöglichen und die operative Kapazität stärken.

Bis heute konnte on.perfekt bereits mehr als 52 Tonnen Obst und Gemüse retten. Mit der geplanten Erweiterung rechnet die Organisation damit, jährlich mindestens 40 weitere Tonnen zu sichern und gleichzeitig Sicherheit, Qualität und Rückverfolgbarkeit zu verbessern.

Über die Zahlen hinaus macht das Projekt eine grundlegende Herausforderung sichtbar: Damit eine solidarische Initiative ihre volle Wirkung entfalten kann, braucht sie geeignete Infrastrukturen.

Die Erfahrung zeigt, dass Motivation allein nicht ausreicht. Es ist entscheidend, über passende Infrastrukturen und Werkzeuge zu verfügen, um die Wirkung zu verstärken.

Lisa Albers on.perfekt

Langfristig verfolgt on.perfekt das Ziel, sich als strukturierte und anerkannte Plattform für Umverteilung auf nationaler Ebene zu etablieren, nachhaltige Arbeitsplätze zu schaffen, lokale Partnerschaften zu stärken und weitere Initiativen zur Reduzierung von Lebensmittelverschwendung zu inspirieren. So werden Überschüsse in Chancen verwandelt und Logistik zu einem Hebel für sozialen und ökologischen Impact. on.perfekt freut sich zudem über neue Freiwillige, die sich in diesem Projekt engagieren möchten.

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