Wuerzelwierk
Die Verbindung zwischen Landwirtschaft und Ernährung neu stärken
© Aurélie Costantini
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Aktionsbereich Umwelt
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Zeitraum 2025
In Luxemburg werden Bauernhöfe für Bildungszwecke häufig mit der Begegnung mit Tieren verbunden. Die Realität landwirtschaftlicher Produktion und nachhaltiger Ernährung bleibt für die breite Öffentlichkeit, insbesondere für Kinder, oft abstrakt. Gleichzeitig werden Fragen zu Produktionsweisen – Umweltschutz, Tierwohl und Arbeitsbedingungen in der Landwirtschaft – nur selten konkret vermittelt.
„Es fehlte ein Ort, an dem sich diese Zusammenhänge in ihrer Gesamtheit verstehen und direkt vor Ort besprechen lassen“, erklärt Julie Garlinskas von der asbl Ëmweltberodung Lëtzebuerg, die die Initiative „Wuerzelwierk” ins Leben gerufen hat. Ziel ist es, jungen Menschen Orientierung zu geben, um besser zu verstehen, woher ihre Lebensmittel stammen und welche Auswirkungen ihre Konsumentscheidungen haben.
Wuerzelwierk arbeitet mit landwirtschaftlichen Betrieben, die sich an umweltverträglichen Praktiken orientieren, sei es im Gemüsebau, in der Tierhaltung, in der Milchproduktion oder im Obstbau. In Workshops, die direkt vor Ort stattfinden, erhalten die Teilnehmenden konkrete Einblicke in die Lebensmittelproduktion, die Bedingungen landwirtschaftlicher Arbeit und die Herausforderungen, Produktion und ökologische Balance miteinander zu vereinbaren.
Im Zentrum steht die eigene Erfahrung. Die Erde berühren, Kulturen beobachten und mit Landwirtinnen und Landwirten ins Gespräch kommen – all das macht Zusammenhänge greifbar, die sonst oft abstrakt bleiben. Herkunft von Lebensmitteln, Saisonalität, Umweltwirkungen und der Wert landwirtschaftlicher Arbeit gewinnen dadurch eine neue Bedeutung.
Es geht nicht darum zu lehren, sondern den Kindern zu ermöglichen, selbst Zusammenhänge zu erkennen.
Julie Garlinskas Ëmweltberodung Lëtzebuerg
Das Projekt richtet sich vor allem an junge Menschen, insbesondere an Schülerinnen und Schüler des Zyklus 4 sowie der unteren Sekundarstufe. In diesem Alter entwickeln sie ein kritisches Verständnis und beginnen, eigene Entscheidungen zu treffen, auch in Bezug auf Ernährung. Die Workshops vermitteln Erkenntnisse, die über den schulischen Rahmen hinausgehen und im Alltag verankert sind.
Die Umsetzung bringt jedoch praktische Herausforderungen mit sich. Die beteiligten Betriebe sind häufig klein und nicht immer auf den Empfang größerer Gruppen ausgelegt. Jeder Workshop muss an Ort, Jahreszeit und Witterungsbedingungen angepasst werden. Diese Rahmenbedingungen werden jedoch nicht als Hindernis verstanden, sondern als Teil der Realität landwirtschaftlicher Arbeit.
Vor Ort zeigt sich die Wirkung insbesondere in den Reaktionen der Teilnehmenden. Kinder stellen spontan Bezüge zu eigenen Erfahrungen her – etwa zu einem Garten, einer Erinnerung aus der Kindheit oder zu ihren Essgewohnheiten. In einigen Fällen führt die Erfahrung zu weitergehenden Überlegungen. Ein Schüler erwog nach einem Workshop sogar, seinen Ausbildungsweg neu auszurichten. Generell lassen sich Veränderungen im Verhalten beobachten, etwa eine stärkere Aufmerksamkeit für Herkunft und Produktionsweise von Lebensmitteln.
Mit Wuerzelwierk geht es über die reine Wissensvermittlung hinaus. Ziel ist es, Sinnzusammenhänge wieder sichtbar zu machen und die Verbindung zwischen der Erde, den Menschen, die sie bewirtschaften, und jenen, die die Produkte konsumieren, neu zu stärken. Langfristig soll so ein bewussterer, respektvollerer und nachhaltiger Umgang mit Ernährung gefördert werden.
Wie Julie Garlinskas es zusammenfasst, bleibt die Leitidee einfach: „Die Verbindung zwischen Erde, Ernährung und Menschen neu herstellen.“
© Aurélie Costantini
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