Unterstützte Projekte

Ukrainische Samstagschule Mriya

Einen Halt schaffen, fern von zu Hause

© Aurélie Costantini

  • Aktionsbereich Soziales
  • Zeitraum 2025

Die Ukrainische Samstagschule Mriya, getragen von LUkraine asbl, entstand als Antwort auf eine Ausnahmesituation. Mit dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine suchten zahlreiche Familien unter oft sehr kurzfristigen Umständen Zuflucht in Luxemburg. Unter ihnen waren Kinder, die von einem Tag auf den anderen ihre Schule, ihre gewohnten Bezugspunkte sowie ihre sprachliche und kulturelle Umgebung verlassen mussten.

Sehr schnell wurde ein zentrales Bedürfnis deutlich: diesen Kindern einen stabilen, sicheren und vertrauten Rahmen zu bieten, in dem sie weiter lernen können und gleichzeitig den Bezug zu ihrer Sprache und Kultur bewahren.

Sie brauchten einen Ort, an dem sie sich sicher fühlen können, umgeben von anderen Kindern, die dieselbe Sprache sprechen und eine ähnliche Geschichte teilen.

Elena Berkovitch LUkraine asbl

© Aurélie Costantini

Die Schule Mriya wurde daraufhin gegründet und empfängt jeden Samstag Kinder im Alter von eineinhalb bis dreizehn Jahren. Die Aktivitäten finden auf Ukrainisch statt und verbinden Lernen, Spielen und Austausch. Ziel ist es, die sprachliche und kulturelle Identität der Kinder zu bewahren und sie gleichzeitig bei ihrer Integration in Luxemburg zu begleiten, indem sie ihr neues Umfeld in ihrer Muttersprache entdecken können.

Das Projekt wird von einem Team von Lehrkräften getragen, die eine gemeinsame Erfahrung verbindet: Auch sie haben die Ukraine aufgrund des Krieges verlassen. Ihr Engagement geht über den Unterricht hinaus. Es geht darum, ein Umfeld zu schaffen, das Sicherheit vermittelt und in dem Kinder wieder Kontinuität und Normalität erleben können.

Was uns verbindet, ist der Wunsch, dass die Kinder sich glücklich, sicher und unterstützt fühlen.

Elena Berkovitch LUkraine asbl

Wie jedes Projekt in einem instabilen Umfeld steht auch die Schule Mriya vor Herausforderungen. Im Jahr 2025 führte der Verlust der Räumlichkeiten im Lycée Robert Schuman zu einer Phase großer Unsicherheit. Der Fortbestand der Schule schien gefährdet. Dank einer schnellen Mobilisierung und der Unterstützung des Ministeriums für Bildung, Kinder und Jugend konnte jedoch innerhalb von zwei Wochen eine Lösung gefunden werden, sodass die Aktivitäten ohne längere Unterbrechung fortgesetzt werden konnten.

Die Wirkung des Projekts zeigt sich im Alltag, in einfachen Gesten und Worten. Die Kinder gewinnen an Selbstvertrauen, öffnen sich nach und nach und lernen, sich zwischen zwei Kulturen zu bewegen. Viele äußern den Wunsch, häufiger als nur samstags zur Schule zu kommen, ein Zeichen dafür, welche Bedeutung dieser Ort für sie gewonnen hat.

Ein Moment bleibt besonders prägend. In seiner Luxemburger Schule wird ein Schüler gebeten, zu erzählen, was ihn glücklich macht. Er entscheidet sich, über die ukrainische Sprache zu sprechen. Vor seiner Klasse erklärt er das Alphabet, zeigt Bücher und präsentiert stolz seine kulturelle Welt. Damit bekräftigt er eine Identität, die er dank der Mriya Schule bewahren und wertschätzen konnte.

Heute entwickelt sich das Projekt weiter, getragen vom Engagement der Familien und der Energie der Kinder. Langfristig denkt das Team an die Schaffung eines eigenen Ortes, einer Art Zuhause für das Projekt, in dem Lernen, Kultur und Begegnung zusammenfinden.

Mit Mriya geht es nicht nur um Unterricht, sondern darum, Halt zu geben. Ein Raum, in dem Kinder zwischen zwei Welten aufwachsen können, von anderen lernen, ohne das Eigene aufzugeben. Ganz im Sinne des ukrainischen Dichters Taras Schewtschenko: „Lernt von anderen, aber verleugnet nicht euer Eigenes.“

Mehr entdecken

Ouvre une boîte de dialogue avec les options de filtrage

Teilen auf