Unterstützte Projekte

Voyage d'études en Toscane

Kunstgeschichte durch unmittelbare Begegnung mit Werken lernen

© Aurélie Costantini

  • Aktionsbereich Erinnerungskultur und Kulturerbe
  • Art der Hilfe Fonds Studienreisen und Austauschprogramme
  • Zeitraum 2025

Seit 2005 ermöglichen Studienreisen in die Toskana Schülerinnen und Schülern des Lycée des Arts et Métiers, Kunstgeschichte im direkten Kontakt mit den Werken und ihren Entstehungsorten zu entdecken. Als Erweiterung des schulischen Rahmens konzipiert, bietet das Projekt eine mehrtägige kulturelle Immersion in bedeutenden Städten der italienischen Renaissance wie Florenz, Siena oder Pisa.

Der Ursprung der Initiative liegt in der Anfrage, eine Studienreise nach Italien für Klassen mit künstlerischem Schwerpunkt zu organisieren. Zu diesem Zeitpunkt bestanden bereits Schulreisen nach Paris oder London, doch eine etwa zehntägige Reise mit rund vierzig Teilnehmenden bedeutete eine neue Dimension. „Das war eine echte Herausforderung, sowohl organisatorisch als auch pädagogisch“, erinnert sich Joseph Tomassini, Lehrer und Mitorganisator, der das Projekt von Beginn an gemeinsam mit seinen Kolleginnen und Kollegen begleitet.

Das Projekt beruht auf der Überzeugung, dass die Begegnung mit Kunstwerken vor Ort den Zugang zur Kunst grundlegend verändert. Eine Freske, eine Skulptur oder ein Bauwerk im ursprünglichen Kontext zu erleben, ermöglicht es, die Beziehung zwischen Künstler, Raum und Epoche zu verstehen.

Was Schülerinnen und Schüler sonst aus Büchern kennen, erhält plötzlich eine ganz neue Dimension.

Joseph Tomassini Lehrer, Lycée des Arts et Métiers

Die Reisen richten sich vor allem an Klassen mit künstlerischem Schwerpunkt, insbesondere in der 3e und 2e. Der Ablauf kombiniert intensive Besichtigungen, vertiefende Erklärungen und informellere Momente des Entdeckens und Entspannens. Das Gleichgewicht zwischen Wissensvermittlung, gemeinschaftlicher Erfahrung und Freude am Erleben gilt als ein wesentlicher Faktor für die Langlebigkeit des Projekts.

Schon früh entstand ein stabiles Team rund um diese Reisen. Diese Kontinuität, getragen von Vertrauen und guter Zusammenarbeit, hat über die Jahre eine verlässliche Organisation ermöglicht. Jede und jeder kennt die eigene Rolle, was sowohl zur Sicherheit der Schülerinnen und Schüler als auch zur Qualität der Erfahrung beiträgt.

Wie bei allen Projekten dieser Größe gab es auch hier unerwartete Situationen. Besonders in Erinnerung geblieben ist die Ankunft in der Toskana im Jahr 2013, nach fünfzehn Stunden Fahrt, als das vorgesehene Hotel noch eine Baustelle war. In einem nahegelegenen Ort wurde rasch eine Lösung gefunden, was die Anpassungsfähigkeit des Teams eindrücklich zeigt.

© Joseph Tomassini

Die Wirkung des Projekts zeigt sich vor allem langfristig. Viele ehemalige Teilnehmende berichten noch Jahre später von diesen Reisen als einem der prägendsten Erlebnisse ihrer Schulzeit. Einige haben sich sogar entschieden, Kunstgeschichte zu studieren, teilweise direkt inspiriert durch diese Erfahrung.

Oft ist es das Erste, worüber sie sprechen, wenn wir uns wiedersehen.

Joseph Tomassini Lehrer, Lycée des Arts et Métiers

Über die Studienwahl hinaus fördern diese Aufenthalte Neugier, Selbstständigkeit und Selbstvertrauen. Die während der Reisen gelebte gegenseitige Wertschätzung wurde stets bewahrt und stärkt das individuelle und gemeinsame Verantwortungsgefühl.

Nach mehr als zwanzig Jahren steht das Projekt heute an einem Wendepunkt, da sich das Gründungsteam schrittweise in den Ruhestand zurückzieht. Gleichzeitig wurden Wissen, Kontakte und Organisationsstrukturen umfassend dokumentiert, um die Weitergabe an eine neue Generation von Lehrkräften zu sichern.

Diese Studienreisen in die Toskana stehen für ein klares Bildungsverständnis: Lernen durch Erfahrung, Neugier und Vertrauen in junge Menschen. Ein Ansatz, der über Generationen hinweg prägend gewirkt hat.

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