Flora Fabulosa
Die Freude an der Entdeckung der Natur neu wecken
© Aurélie Costantini
-
Aktionsbereich Umwelt
-
Zeitraum 2025
„Es ist nicht meine Schuld, dass es unserem Planeten so schlecht geht.“
Die Aussage eines Kindes, die während einer Naturaktivität fiel, wurde für Charlotte Reuter, Kinderbuchautorin und Literaturvermittlerin, zu einem Schlüsselmoment. Der Satz machte ein Gefühl der Ohnmacht und Distanz gegenüber Umweltfragen sichtbar. Aus diesem Moment heraus entstand die Idee zu „Flora Fabulosa”.
© ErwuesseBildung
Die Idee nahm die Form einer Ausstellung für Kinder an. Zur Umsetzung arbeitete Charlotte Reuter mit der Illustratorin Claudine Furlano zusammen. Um auf pädagogische Expertise zurückzugreifen, wurde die ErwuesseBildung (EwB) eingebunden, die die Koordination des Projekts übernimmt und die begleitenden Materialien entwickelt.
Statt ausschließlich Klimawandel oder Umweltverschmutzung in den Mittelpunkt zu stellen, wählt das Projekt einen anderen Zugang: das Staunen.
Bevor wir die Natur schützen wollen, müssen wir eine Beziehung zu ihr aufbauen.
Barbara Schu ErwuesseBildung
Dieses Anliegen bildet den roten Faden des Projekts: Neugier und Interesse zu wecken und Kindern die Möglichkeit zu geben, die Vielfalt der Pflanzenwelt in ihrer Umgebung zu entdecken.
Flora Fabulosa ist als interaktive Ausstellung über wild wachsende Blütenpflanzen konzipiert. Mit anschaulichen und leicht zugänglichen Inhalten wird gezeigt, wie Pflanzen wachsen, sich anpassen und mit ihrer Umwelt interagieren. Pädagogische Workshops ergänzen die Ausstellung und laden die Teilnehmenden dazu ein, selbst zu experimentieren und die Natur aus nächster Nähe zu beobachten.
Die Initiative richtet sich in erster Linie an Kinder, Familien und Schulklassen. Mit einfachen Werkzeugen wie Notizheft, Bleistift und Lupe wird eine aktive Herangehensweise gefördert, die an wissenschaftliche Beobachtung erinnert. So lassen sich ökologische Zusammenhänge besser verstehen und ein aufmerksamer Blick auf die Natur entwickeln.
Die Umsetzung beruht auf einer engen Zusammenarbeit unterschiedlicher Fachbereiche, darunter Vermittlung, Illustration, Wissenschaft und Pädagogik. Diese Vielfalt hat es ermöglicht, ein in sich stimmiges Angebot zu entwickeln, das inhaltlich fundiert und zugleich für verschiedene Zielgruppen zugänglich ist.
© ErwuesseBildung
Die Entwicklung des Projekts verlief jedoch nicht in allen Phasen gleichmäßig. Die Verschiebung der Ausstellung führte zu einem Verlust an Dynamik und erschwerte die kontinuierliche Einbindung aller Partner. In dieser Situation waren das Engagement und die Verfügbarkeit der wissenschaftlichen Fachpersonen entscheidend, um die inhaltliche Linie zu halten und die Gesamtqualität zu sichern.
Vor Ort zeigt sich die Wirkung in konkreten Situationen. In einem Workshop stellte ein Kind die Frage, ob man wild wachsende Pflanzen überhaupt essen sollte, da sie für Insekten wichtig sind. Diese Überlegung zeigt ein vertieftes Verständnis dafür, dass in Ökosystemen alles miteinander verbunden ist.
Die Rückmeldungen der Teilnehmenden fallen durchweg positiv aus. Kinder und Erwachsene zeigten sich überrascht über bisher unbekanntes Wissen, und viele Lehrkräfte äußerten Interesse daran, die Ausstellung in ihre pädagogische Arbeit zu integrieren.
Heute entwickelt sich Flora Fabulosa weiter, unter anderem durch die Präsentation in weiteren Bildungseinrichtungen und die Übersetzung der Inhalte für ein breiteres Publikum. Das Projekt verdeutlicht, dass Umweltbewusstsein auch durch Entdeckung und die Freude am Lernen entsteht – und durch einen neuen Blick auf die Natur.
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